Rehkitz gefunden? So verhalten Sie sich richtig!

Wenn Sie beim Spaziergang ein einsames Rehkitz im hohen Gras entdecken, ist das meist kein Grund zur Sorge, sondern ein natürliches Verhalten. Rehkitze sind sogenannte „Drücker“: In den ersten Lebenswochen verbringen sie den Großteil des Tages allein und eingerollt am Boden, um vor Fressfeinden geschützt zu sein. Die Mutter (Ricke) hält sich in der Nähe auf und kommt nur zum Säugen vorbei.

Ruhe bewahren und Abstand halten
  • Hände weg: Fassen Sie das Kitz niemals an! Der menschliche Geruch führt dazu, dass die Ricke ihr Jungtier verstößt, was dessen sicheren Tod bedeutet.
  • Abstand: Ziehen Sie sich sofort und leise zurück. Beobachten Sie das Tier nicht aus nächster Nähe, da die Mutter erst zurückkehrt, wenn sie die Umgebung für sicher hält.
  • Hunde anleinen: Führen Sie Ihren Hund in der Setzzeit (Mai bis Juli) immer an der Leine, um den Wildnachwuchs nicht zu gefährden.
Wann ist es ein Notfall?

Ein Kitz benötigt nur dann menschliche Hilfe, wenn es tatsächlich verletzt oder verwaist ist. Achten Sie auf folgende Warnzeichen:

  • Sichtbare Verletzungen: Das Tier blutet, hat Brüche oder ist offensichtlich durch Maschinen oder Hunde verletzt worden.
  • Anhaltendes Rufen: Ein gesundes Kitz verhält sich still. Lautes, klägliches und langanhaltendes Fiepen ist ein Zeichen für Hunger und Verlassenheit.
  • Dehydrierung: Ein gesundes Kitz hat eine feuchte, glänzende Nase. Eine trockene, matte Nase deutet auf einen kritischen Flüssigkeitsmangel hin.
  • Tote Mutter: Wenn Sie in der Nähe eine verunfallte Ricke gefunden haben, ist das Kitz wahrscheinlich ein Notfall.
Was ist im Notfall zu tun?

Wenn eines der oben genannten Anzeichen zutrifft, handeln Sie besonnen:

  • Nicht eigenmächtig mitnehmen: Die unbefugte Mitnahme von Wildtieren ist rechtlich als Jagdwilderei strafbar.
  • Fachleute informieren: Kontaktieren Sie umgehend den zuständigen Jagdpächter oder die Polizei. Die Polizei kann den Kontakt zum örtlichen Jäger herstellen, der helfen wird.